Kennst du eine*n Autist*in, kennst du eine*n Autist*in.

Portrait Jérôme MallowIn unserer Rubik 3 Fragen an unseres Magazins interviewen wir inspirierende Personen, die uns Impulse für eine verbesserte Inklusion am Arbeitsplatz geben. Dieses Mal geht es um das Thema Autismus.

Jérôme Mallow ist Autist. Er erklärt uns, was für ihn Inklusion bedeutet und hat auch wunderbare Tipps für Arbeitgeber*innen, die überlegen, Inklusion im Unternehmen zu leben.

WayIn-Zitat von Jérôme Mallow: »Für mich als Autisten sehe ich die Chancen der Digitalisierung besonders im Bereich der Kommunikation und der Strukturierung meines Berufsalltages. Ich kann per E-Mail kommunizieren, kann ferner eventuell im Home-Office arbeiten und mir damit einen reizarmen Arbeitsplatz schaffen.«Was bedeutet für Dich Inklusion?

Jeder einzelner Mensch bringt verschiedene Startvoraussetzung mit, um am Leben teilzunehmen. Inklusion ist für mich dabei die Selbstverständlichkeit, dieses in die eigenen Überlegungen mit einzubeziehen. Dabei jedoch eine Behinderung oder „Einschränkung“ nicht als Besonderheit herauszustellen sondern als gegebene Tatsache zu akzeptieren.

Ich möchte als Mensch angesehen werden und nicht als Behinderter, an den man sich „notwendigerweise“ anpassen muss.

Inklusion und Digitalisierung: Chance oder Risiko?

Digitalisierung bedeutet erst einmal nichts anderes als die Veränderung bekannter Abläufe und Prozesse mithilfe moderner Informationstechnik. Damit steht sie für eine Veränderung im Denken und Handeln in der modernen Arbeitswelt.

Dieser Wandel birgt Chancen und Risiken in sich, so wie bisher jede größere Veränderung, jeder Umbruch in der Arbeitswelt dies bereits tat.

Für mich als Autisten sehe ich die Chancen besonders im Bereich der Kommunikation und der Strukturierung meines Berufsalltages. Ich kann per E-Mail kommunizieren, kann ferner eventuell im Home-Office arbeiten und mir damit einen reizarmen Arbeitsplatz schaffen.

WayIn-Zitat von Jérôme Mallow: »Kennst du eine*n Autistin*en, kennst du auch nur eine*n Autistin*en.«Welche Tipps/Anregungen hast Du für Arbeitgeber*innen, damit Inklusion im Betrieb funktionieren kann.

Zuerst allen Arbeitgeber*innen, die sich für das Thema interessieren vorweg ein „Danke schön“. Denn das Interesse am Thema Inklusion ist der erste Schritt für ein gutes Miteinander und das Gelingen im Unternehmen.

Alle Beteiligten sollten einfach offen für neue Menschen und sich bewusst darüber sein, dass Inklusion gelingen kann, wenn man u. a. folgende einfache Punkte beachtet:

  1. Kennst du eine*n Autistin*en, kennst du auch nur eine*n Autistin*en. Verallgemeinerungen und Stereotype aus Film und Fernsehen sind keine guten Vorbilder, um sich über das Thema Autismus zu informieren. Nutzen Sie bitte seriöse Quellen.
  2. Ein offenes Gespräch zu Beginn über die Bedürfnisse der*s Autistin*en auf der einen Seite und den Anforderungen an die Arbeitsstelle auf der anderen Seite lässt jede Partei Kenntnis darüber erlangen, ob man zusammenfinden kann oder ob es vielleicht auch nicht passt (was auch ehrlich kommuniziert werden kann und sollte).
  3. Die Beschäftigten mit einbeziehen. Nicht jede Behinderung ist offen sichtbar (Stichwort: körperliche Behinderung), auch deshalb kann es zu Verständnisproblemen kommen. Kommunizieren Sie bitte, welche Bedürfnisse der*die neue Mitarbeiter*in hat, wie sein*ihr Arbeitsumfeld organisiert wird und starten Sie dann unverkrampft und schauen Sie, ob es wirklich funktioniert.

Sollte der*die Autist*in es wünschen, kann auch die Behinderung selbst kommuniziert werden. Das sollte aber nur im Einvernehmen geschehen.

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