Rückblick: Wie binde ich Arbeitnehmer*innen mit einer Sehbehinderung in das Unternehmen ein?

Rückblick auf den Workshop:

Wie binde ich Arbeitnehmer*innen mit einer Sehbehinderung in das Unternehmen ein?

vom 30. Oktober 2019, 9:00 bis 13:00 Uhr in der Oudenarder Straße 16, 13347 Berlin

Erich Turner steht im Hintergrund und erzählt. Davor die Teilnehmenden (mit dem Rücken zur Kamera) sitzen die Teilnehmenden„Wie binde ich Arbeitnehmer*innen mit einer Sehbehinderung in das Unternehmen ein?“ – Dieser Frage haben wir uns in unserem 2. Workshop des Projektes WayIn: der Inklusionswegweiser gestellt.

Das Projekt WayIn: der Inklusionswegweiser setzt sich zum Ziel, die Hürden, die Arbeitsgebende davon abhalten, Menschen mit Behinderungen einzustellen, zu senken. Wir proklamieren einen an Kompetenzen orientierten Blick auf Menschen mit Behinderungen. Um dieses Ziel zu erreichen, entwickeln wir ein niedrigschwelliges, digitales Informationsangebot zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen. Kern des Angebots sind branchenbezogene, interaktive Videos, durch die Arbeitgebende, Berufsschullehrende und Ausbilder*innen kompetenz- und stärkenorientiert für die Potentiale von Menschen mit Behinderungen in der Arbeitswelt 4.0 sensibilisiert werden.

Erich Turner steht im Hintergrund und erzählt. Davor die Teilnehmenden (mit dem Rücken zur Kamera) sitzen die TeilnehmendenIm Zentrum dieses Workshops stand die Frage, wie ich Menschen mit einer Sehbehinderung ins Unternehmen einbinden kann. Hierfür haben wir Erich Thurner als Experten eingeladen. Er ist Jurist, Dolmetscher und Übersetzer und seit seiner Kindheit nimmt sein Sehvermögen ab. Erich berichtet aus seinem Leben als nahezu erblindeter Mann, als Geschäftsführer und als Vater. Seine Art und Weise, das Leben zu nehmen und mit seiner Beeinträchtigung umzugehen beschrieb er in gewohnt eloquenter Art.

Anschließend wurde gemeinsam an einem Flipchart erörtert, welche Chancen aber auch Risiken in der Digitalisierung für die Inklusion liegen. Schnell wird deutlich, dass die Digitalisierung für Menschen mit Behinderungen eine höhere Selbstständigkeit, mehr Flexibilität und Mobilität mit sich bringt – nicht nur am Arbeitsplatz. Gleichzeitig wird auch deutlich, dass die Digitalisierung neue Herausforderungen und Barrieren hervorbringt, die es zu erkennen und zu beheben gilt. So sollte beispielsweise bei allen Angeboten von digitalen Medien auf die Barrierefreiheit geachtet werden. Interessant ist auch die Ambivalenz zwischen der Umwandlung von Arbeitsplätzen und gleichzeitig die Fach­kräfte­sicherung. Unabhängig davon steigen die Kompe­tenz­anforderungen an Mit­ar­beiter*innen durch die Digitalisierung.

Der Weg in Richtung Inklusion im Unternehmen

Ausgehend von der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) sind für Deutschland sowie in den einzelnen Bundesländern Aktionspläne entwickelt worden. Auch einige namhafte Unternehmen haben Aktionspläne entworfen. Bis zu sieben Handlungsfelder werden in den Plänen identifiziert, der betriebliche status quo beschrieben sowie Ziele und Maßnahmen entwickelt.

In Kleingruppen wurden daher vor dem Hintergrund der Hörbehinderung zu den sieben Handlungsfeldern Ziele und Maßnahmen diskutiert.
Basierend auf den Ergebnissen der Kleingruppenarbeit in diesem und allen folgenden Workshops soll so zum Projektende ein eigener WayIn-Inklusionswegweiser erstellt werden.

Im nächsten WayIn-Workshop wird das Thema Eingeschränkte Mobilität im Mittelpunkt stehen. Der Workshop findet am 14. Februar 2020 von 09:30 bis 14:30 Uhr in der Ourdenarder Straße 16, 13347 Berlin statt.  Linus Bade wird diesen als Experte begleiten. Im Rahmen des Workshops erscheint unsere dritte Inclusion Journey.

Unter der Rubrik Veranstaltungen finden Sie alle Informationen zu unseren kommenden Workshops und Veranstaltungen und wie Sie sich dazu anmelden können.

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